Buchkritik Folge dem weißen Kaninchen
  • Autor: Philipp Hübl
  • Verlag: rororo
  • 7. Auflage (1. August 2012)
  • ISBN-10: 3499624796
  • ISBN-13: 978-3499624797
  • Broschiert: 352 Seiten
  • Kategorie: Sachbuch
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Folge dem weißen Kaninchen

Folge dem weißen Kaninchen ist ein Buch, das sich mit der modernen Philosophie befasst. Der Autor Philipp Hübel geht hier aus der Perspektive der analytischen Philosophie, wie sie in Amerika angewendet wird, auf die Reise in das Wunderland Wirklichkeit. Er unterscheidet bewusst zwischen der modernen theoretischen Philosophie – die in Amerika als Kontinentalphilosophie abgetan wird und vorwiegend in Deutschland und Frankreich Basis der Philosophie bildet – und der modernen analytischen Philosophie Amerikas.

Jedes Kapitel in seinem Buch steht für sich und kann unabhängig voneinander gelesen werden. Es bleibt in sich jederzeit verständlich – ohne Einbeziehung der vorangegangenen Kapitel. Dort befasst sich Philipp Hübel mit essenziellen Mensch-Sein-Gedanken, die da wären: Fühlen, Sprechen, Glauben, Träumen, Handeln, Wissen, Genießen, Denken, Berühren und Leben.

So stellt er die Frage, ob Gott selbst nur im Gehirn der Menschen existiert und ob wir, wenn wir glauben unserem freien Willen nachzugehen, wirklich frei Handeln können. Die Reise der veränderten Augen mit Blick auf das Alltägliche ist für ihn die Reise in den Kaninchenbau. Aus der gewöhnlichen Welt entflohen, den Blick auf das Gewöhnliche gelenkt und doch neue Schlüsse aus dem Althergebrachten geboren. Dem Kaninchenloch entsteigen und – in der realen Welt – das Wunderland zu entdecken.

Sein Buch befasst sich analytisch, philosophisch mit Fragen wie:

  • Kann man ohne Gefühle existieren?
  • Welchen Sinn hat der Tod?
  • Gibt es Gott?
  • Warum ist Schönheit dem Menschen wichtig?
  • Haben Träume eine höhere Funktion?
  • Lässt sich das Bewusstsein wissenschaftlich erklären?

Es geht dem Autor darum dem Leser einen Wink in das Labyrinth des weißen Kaninchens, entnommen der Geschichte Alice im Wunderland, zu geben und ihm über die wesentlichen Grundfragen der theoretischen Philosophie nachhaltige Einblicke in die Praxis der modernen Philosophie zu geben. Sein Eckpfeiler der analytischen Philosophie fußt auf den Stützen Text, Natur und Kultur. Text bedeutet ihm das Wissen um aktuelle empirische Forschungen und Literatur über die alten Philosophen.

Natur ist ihm die Beobachtung der Welt in ihrer Entwicklung, ihren Richtungen und Strömungen von Ursache und Wirkung und der sich daraus ergebenden Frage, ob der Augenschein der Tatsache entspricht, oder doch völlig anders gesehen werden kann. Kultur ist für ihn alles das, was die modernen Machtspiele verschiedener Forschungsbereiche ausmacht, Intrigen, Wertesetzung, Aufrechnungen, wer der Wahrheit am Nächsten steht.

Philipp Hübel hat Philosophie und Linguistik in Berlin, Berkeley, New York und Oxford studiert, arbeitet derzeit als Juniorprofessor für theoretische Philosophie an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen und lebt in Stuttgart und Berlin. Sein humoristischer Einstieg in die Welt der Philosophie ermöglicht es, auch Lesern ohne Vorbildung auf diesem Gebiet, Einblicke in die Welt des weißen Kaninchens zu erfahren und selbst dem Hasenloch zu entsteigen, um die Welt mit wacheren Augen und Blick für die leeren Worthülsen unserer Zeit zu entdecken, um das Hier völlig neu zu begreifen.

Melanie Neuhauser

Hallo! Ich bin Melanie, bekennende Leseratte und schreibe für Euch diese Bücher Rezension. Kontakt per Twitter: http://twitter.com/Buchkiller