John Katzenbach – Der Wolf

  • Autor: John Katzenbach
  • Verlag: Droemer HC
  • Auflage: 1. Oktober 2012
  • ISBN-10: 3426198258
  • ISBN-13: 978-3426198254
  • Gebundene Ausgabe: 508 Seiten
  • Kategorie: Roman
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Der Wolf

Wer hat Angst vorm bösen Wolf? Diese Frage stellt John Katzenbach, Meister des Psychothrillers, in seinem neuen Roman. „Der Wolf“ erinnert nicht nur vom Namen her an das Märchen „Rotkäppchen“ der Gebrüder Grimm. John Katzenbach zieht mehrere Parallelen zu diesem Klassiker. Tut das dem Roman gut, oder verwässert es ihn?
Die Hauptfigur ist ein 65 jähriger Schriftsteller, der seine besten Jahre lange hinter sich hat. Lethargisch und unzufrieden blickt er auf die Zeit, in der er groß war. In ihm reift ein verhängnisvoller, wie auch grausamer Entschluss: Er will seine Karriere mit einem letzten großen Knall krönen, sein Meisterwerk erschaffen. Ein letzter Krimi, der ihn wieder berühmt und unvergessen machen würde. Inspiration für seine Bücher fand er schon früher auf eine eigenwillige Art: Er beging die Taten selbst. Später beschrieb er sie und badete in der von ihm erzeugten Aufmerksamkeit.

Nun will er erneut zuschlagen. Zu diesem Zweck sucht er sich ein berühmtes, deutsches Märchen aus: „Rotkäppchen“. In seiner Geschichte, wird „Der Wolf“ am Ende jedoch gewinnen. Drei Frauen, die nichts verbindet außer ihren roten Haaren, sollen seine Opfer sein. Rot 1, Rot 2 und Rot 3. Er schreibt ihnen Briefe, in denen er sich als „böser Wolf“ bezeichnet und lässt sie wissen, dass sie seine Beute werden.

Dr. Karen Jayson ist eine 51jährige Ärztin. Sarah Locksley eine Witwe Mitte 30, und Jordan Ellis ein 17jähriges College-Girl mit einem schwierigen Elternhaus. Das Leben dieser drei gerät durch diese Briefe komplett aus den Fugen, aber keine von ihnen ist gewillt, sich ohne Gegenwehr ihrem Schicksal zu ergeben …
John Katzenbachs größte Stärke ist es, das Innenleben seiner Figuren zu beschreiben. Das gelingt ihm auch hier wieder bravourös. Man wird auf eine Achterbahnfahrt mitgenommen, in deren Verlauf das Leben der drei Frauen mehr und mehr aus dem Gleichgewicht gerät, während ein Psychopath sie verfolgt, der nur ein Ziel kennt: Zurück ins Rampenlicht. Katzenbach transportiert gekonnt die Angst seiner Protagonisten auf seine Leser, so dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen will. Die Spannung steigert sich von Seite zu Seite, bis sie ebenso unerträglich wird wie die perfiden Spiele des „Wolfs“.

Wenn man das Buch nach 512 Seiten aus der Hand legt, ist man einerseits erleichtert, dass man diesen Ausflug in die Psyche eines Monsters unbeschadet überstanden hat. Gleichzeitig ist man aber auch noch völlig baff von dem überraschenden Ende des Romans, das der Autor John Katzenbach am Ende für einen bereit hält. „Der Wolf“ ist eine klare Empfehlung für jeden Fan von tiefgehenden Psychothrillern.

Melanie Neuhauser

Hallo! Ich bin Melanie, bekennende Leseratte und schreibe für Euch diese Bücher Rezension. Kontakt per Twitter: http://twitter.com/Buchkiller