• Autor: Noah Gordon
  • Verlag: Heyne Verlag
  • Auflage: 11. April 2011
  • ISBN-10: 3453471091
  • ISBN-13: 978-3453471092
  • Originaltitel: The Physician
  • Taschenbuch: 848 Seiten
  • Kategorie: Roman
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Der Medicus

Die Erstausgabe des historischen Romans des amerikanischen Autors Noah Gordon erschien im Jahre 1986 im New Yorker Verlag Simon & Schuster unter dem Titel „The Physican“. 1987 erschien in der Übersetzung von Willy Thaler die deutsche Erstausgabe des als Familien-Trilogie und Arztroman angelegten Werkes bei Droemer Knaur.

Die Handlung des Romans
Die Handlung des Romans ist zunächst anfangs des 11. Jahrhunderts in London angesiedelt. Ihr Protagonist ist der junge Robert Cole. Nach dem Tode seiner Eltern geht Cole bei einem Bader in die Lehre und entdeckt an sich die Gabe, in den Händen eines Patienten spüren zu können, ob dieser in naher Zukunft sterben wird. Nach dem Tode seines Lehrherren konvertiert Cole zum Judentum, um von einem sagenhaften Arzt in Isfahan als Lehrjunge aufgenommen zu werden. Er macht sich mit einer Karawane auf den Weg zu diesem Arzt. Nach einer abenteuerlichen Reise von über zwei Jahren, während der Cole die Sitten und Gebräuche der Juden erlernt, sich die persische Sprache aneignet und ein Mädchen namens Mary kennenlernt, erreicht er schließlich sein Ziel. Der junge Cole wird als Medizinstudent angenommen und heiratet seine Reisegefährtin Mary, deren Vater inzwischen verstorben ist. Da er als Jude in Persien die Bedrohungen des Antisemitismus erlebt, kehrt Cole nach dem Ende seiner Ausbildung mit Mary nach Schottland zurück, um dort glücklich zu werden.

Der Stil  von „Der Medicus“
Stilistisch wirkt der umfängliche Roman wie ein Tatsachenbericht. Jedoch weist das Werk zahlreiche historische Ungenauigkeiten auf und erscheint daher als ein im Mittelalter angesiedelter Phantasieroman. In breiter epischer Form, allerdings nicht immer im korrekten historischen Kontext, will der Roman ein Sittengemälde mittelalterlicher Bräuche, vor allem jedoch der jüdischen Kultur und ihrer Besonderheiten sein. Ebenso bunt wird die vielfältige Gesellschaftsstruktur des vornormannischen Englands, vor dessen Besetzung durch Wilhelm den Eroberer, beschrieben, wobei es wiederum zu zahlreichen historischen Ungenauigkeiten kommt. In seinem Nachwort zum Roman geht Noah Gordon, dem diese Ungenauigkeiten offenbar bewusst waren, auf die zahlreichen historischen Unschärfen ein, indem er selbst sein Werk als mittelalterliches Phantasie-Epos charakterisiert.

Wirkung und Rezeption
Dennoch war der Erfolg des Buches beachtlich. Besonders intensiv wurde der „Medicus“ in Europa rezipiert und übertraf damit selbst den Erfolg in den Vereinigten Staaten. Die deutsche Übersetzung des Romans verkaufte sich über 6 Millionen Mal, so dass der „Medicus“ 1999 zu den zehn beliebtesten Büchern aller Zeiten gekürt wurde. Inspiriert durch den anhaltenden Zuspruch des Publikums verfasste Noah Gordon schließlich insgesamt 2 Fortsetzungsbände („Der Schamane“ und „Die Erben des Medicus“), die jedoch weniger erfolgreich waren.

Melanie Neuhauser

Hallo! Ich bin Melanie, bekennende Leseratte und schreibe für Euch diese Bücher Rezension. Kontakt per Twitter: http://twitter.com/Buchkiller