Buchkritik Das Washington Dekret
  • Autor: Jussi Adler-Olsen
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
  • Auflage: 1. Februar 2013
  • Gebundene Ausgabe: 656 Seiten
  • ISBN-10: 3423280050
  • ISBN-13: 978-3423280051
  • Kategorie: Thriller
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Das Washington-Dekret

Der Roman „Das Washington-Dekret“ von Adler Olsen ist überraschend das bisher im Jahr 2013 in Deutschland meist verkaufte Buch. Die Überraschung ist deshalb groß, weil es sich nicht um eine neue Veröffentlichung aus der Feder dieses dänischen Autors handelt, sondern um eine aus dem Jahr 2006. Überraschend ist es auch, wenn man als unbedarfter Leser zufällig dieses Werk in die Hände bekommt und die ersten Seiten aufschlägt. Wer es unter diesen Umständen ohne große Erwartungen liest, dürfte irgendwann erstaunt feststellen, dass es richtig gut ist und nicht grundlos ein Bestseller.

Adler Olsen bekam die Idee zu „Das Washington-Dekret“, als er sah, wozu die Anschläge des 11.September 2011 und ihre Folgen die US-Regierung unter George W. Bush trieben. Ihn alarmierte, wie zur damaligen Zeit die Sicherheitsgesetze in den USA drastisch verschärft und wie die Bevölkerung teilweise drangsaliert wurde. In seiner Geschichte lässt der Däne alles phantasiereich in eine Utopie ausufern. Der fiktive US-Präsident Jansen (der nichts mit George W. Bush gemein hat) verliert bei einem Anschlag in China als er noch Senator ist seine erste Frau. Und später, als er für das Präsidentenamt kandidiert, gibt es einen weiteren Anschlag. Seine neue Frau und sein ungeborenes Kind kommen ums Leben. Der Trauernde wird als US-Präsident vereidigt, trifft aber immer mehr irrationale Entscheidungen. Das gesamte Land stürzt aus diesem Grund in eine Krise, aber er macht weiter, ist auch nicht alleine verantwortlich, denn einige Verschwörer spielen falsche Spiele. Die Lage eskaliert zusehends…

In seinem Werk zeigt der Schriftsteller, dessen vollständiger Name Jussi Adler-Olsen lautet, was geschieht, wenn Demokratie durch Gesetze ausgehebelt wird. Es ist ein wahrlich schauriges Gedankenspiel, eine grausige Geschichte und eine letztlich doch großartige Idee, die einer Verfilmung harrt.

Wie erwähnt handelt es sich bei „Das Washington-Dekret“ um einen neu auf den Markt gebrachten älteren Roman von Adler Olsen. Erfolgreich war er mit seinem Werken Erlösung, Schändung, Das Alphabethaus und Verachtung bereits. Wenn unter den noch nicht übersetzten Werken weitere so spannende wie dieses verborgen sind, darf man auf die Zukunft gespannt sein. Zumindest dürfte „Das Washington-Dekret“ nicht das schwächste Werk dieses Autors sein. Die Grundidee ist wirklich sehr spannend und so kann die Empfehlung für diesen Roman nur lauten: Lesen und die Vorstellung anschalten, wie schlimm es wäre, wenn es sich um eine wahre Story und nicht um eine Utopie handeln würde. Allerdings sollte man als Leser natürlich politische Thriller mögen, um die Lesestunden zu genießen. Dann ist es eines der Bücher, bei denen man nicht aufhören kann zu lesen und sich doch noch ein Kapitel vornimmt, obwohl man eigentlich etwas anderes tun möchte.

Melanie Neuhauser

Hallo! Ich bin Melanie, bekennende Leseratte und schreibe für Euch diese Bücher Rezension. Kontakt per Twitter: http://twitter.com/Buchkiller